Bürgerschützenverein Wesel Vor’m Brüner Tor

Bei der Gründung im Jahre 1922 stellte sich die Frage:

Wie soll unser Bürgerschützenverein heißen?

Da sich die Schützenvereine in ihrer Namensnennung überwiegend auf ihr näheres, örtliches Umfeld beziehen sowie in den Traditionen zu den ehemaligen Bürgerwehren stehen, gab es von den Gründungsvätern die Überlegung, den neugegründeten Verein nach dem Brüner Tor zu benennen, da unsere Gemarkung im Vorfeld der ehemaligen Stadtbefestigung von Wesel mit dem Brüner Tor liegt. Somit wurde beschlossen, der Verein heißt künftig

Bürgerschützenverein Wesel Vor’m Brüner Tor.

Welche Bedeutung hatte das Brüner Tor?

Es wurde erstmalig im Jahre 1383 erwähnt, und war Teil der städtischen Befestigungsanlage mit 12 weiteren Toren, welche die Stadt Wesel umgaben. Der Name ergibt sich daraus, dass ein Durchlass in der Stadtbefestigung in Richtung Brünen führte. Zu dieser Zeit stand das Brüner Tor am Ende der heutigen Baustraße. Das Brüner Tor bestand zu dieser Zeit noch aus Holz. Erst später wurde es mit Ziegelsteinen neu erbaut – wie wir es von Abbildungen her kennen. Beim jährlichen Schützenfest des Vereins hängt im Festzelt über dem Thron eine solche Abbildung des 1634 neu erbauten Tores.

Im 15. und 16. Jahrhundert hatte die Stadt Wesel ihre Blütezeit als Handels– und Hafenstadt erlebt - nicht zuletzt deswegen, weil die Stadt Wesel 1407 Mitglied der Hanse wurde. In der Folgezeit wurden die Befestigungsanlagen weiter aus– und umgebaut, in deren Verlauf auch das Brüner Tor im Jahre 1634 nicht unweit von seinem alten Standort neu erbaut wurde, ungefähr dort wo sich heute die Weseler Feuerwehr befindet. Bedingt durch Umbauarbeiten an den Festungsanlagen wurde in der Folge, die Stadt Wesel durch ein System von Gräben und Bastionen eingeschnürt und behielt nur noch vier von seinen zur Hansezeit vorhandenen 13 Toren, das Berliner Tor, das Klever Tor, das Rhein Tor und im Nordosten das Brüner Tor. Aufgrund ihrer geografischen Lage wurde die Stadt Wesel zu einer preußischen Festung ausgebaut und beherbergte in den nächsten 300 Jahren ständig bis zu 5000 Soldaten. Bedingt durch Entwicklungen in der Waffentechnik boten die Festungsanlagen zunehmend keinen militärischen Schutz. Und für die weitere Entwicklung der Stadt Wesel waren sie ein Hemmnis. Demzufolge wurden im Laufe der Zeit – beginnend ab etwa 1890, die Festungsanlagen bis auf Bodenniveau abgetragen – darunter auch das Brüner Tor. Nur noch das Berliner Tor (zumindest der Kern) und Teile der Zitadelle wo sich heute verschiedene kulturelle Einrichtungen befinden wie z. B. die Kunst- und Musikschule, das Stadtarchiv und das Preußenmuseum.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Dies war ein kleiner Rückblick in die Geschichte unserer Heimatstadt Wesel, in der das Brüner Tor eine wichtige Bedeutung hatte und wie es zur Namensnennung des Bürgerschützenvereins Wesel
Vor’m Brüner Tor kam.